Distelfalter

Weltweit gibt es rund 170.000 Schmetterlingsarten. Davon leben ca. 4.000 verschiedenen Arten in Europa. Einer davon ist der Distelfalter.

Der Distelfalter (auch Vanessa cardui genannt) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter.[1] Der Name Distelfalter leitet sich aus der Pflanze ab, deren BlĂ€tter die Raupen als Nahrung fressen. 

Inhaltsverzeichnis

Im folgenden wird die Entwicklung und Eigenschaften des Distelfalters im Detail vorgestellt.

1. Entwicklungszyklus

Der Distelfalter Àndert das Aussehen mit fortlaufender Entwicklung grundlegend.

Die vollstÀndige Metamorphose beschreibt die vier Entwicklungsstadien: Ei, Raupe, Puppe und Falter. In der Grafik unten ist die Entwicklung des Distelfalters vom Ei, Raupe Puppe zum Falter dargestellt.

Der Distelfalter, ein hier heimischer Schmetterling, durchlĂ€uft wĂ€hrend seines Lebens einen Zyklus mit zahlreichen Gestaltwandlungen: 

Aus Eiern entwickeln sich flugunfĂ€hige Raupen, die durch intensiver Nahrungsaufnahme erheblich wachsen. Dabei wechseln Sie mehrfach die die Haut gegen eine GrĂ¶ĂŸere. 

Am Ende des Raupenstadiums gehen die Raupen unter Ausbildung einer festen HĂŒlle in einen Zustand ĂŒber, der Ă€ußerlich als Ruhezustand erscheint, die sogenannte Puppe. In der Puppe verĂ€ndert sich die Gestalt wesentlich: Es bilden sich FlĂŒgel. Damit entwickelt sich eine flugfĂ€hige Form dem sogenannten Falter.[2][3][4]

Die Falter besitzen SaugrĂŒssel um flĂŒssige Nahrung aufzunehmen. Je ein weiblicher und ein mĂ€nnlicher Falter paaren sich. Das Weibchen legt daraufhin befruchtete Eier ab. Aus den Eiern schlĂŒpfen winzige Raupen und der beschriebene Kreislauf wiederholt sich erneut.[5] 

Die Geschwindigkeit der Entwicklung ist temperaturabhĂ€ngig. In einer warmen Umgebung entwickeln sich die Schmetterlinge schneller als in einer kalten Umgebung. Bei konstant 30°C dauert die volle Entwicklung 34 Tage und bei 18°C 66 Tage. Bei Temperaturen unter 17°C fallen die Schmetterlinge in eine Winterruhe. 

In folgender Tabelle wird die Entwicklungsdauer in AbhĂ€ngigkeit der Temperatur im Detail dargestellt: 

Stadium18 °C24 °C30 °C
Ei7 d5 d3 d
Raupe20 d14 d7 d
Puppe14 d10 d6 d
Falter25 d20 d18 d
Entwicklungsdauer in AbhÀngigkeit der Temperatur.

Im folgenden wird die Entwicklung und die Biologie der verschiedenen Stadien im Detail vorgestellt.

2. Schmetterlings-Ei

Das Ei ist oval. Die OberflĂ€chenstruktur ist durch auf der Außenseite verlaufende Rillen geprĂ€gt. Meistens sind 14 vertikalen Rillen auf einem Ei zu erkennen. 

Die harte und transparente Eischale schimmert nach dem legen der Eier tĂŒrkis (s. Foto unten). Mit zunehmender Entwicklung fĂ€rbt sich das Ei dunkel. Kurz vor dem SchlĂŒpfen der Raupe fĂ€rbt sich das Ei schwarz. Die wahrgenommenen Farben entsprechen aufgrund der transparenten Eischale der Entwicklung der heranwachsenden Raupe im Ei.  

Das winzige Ei hat einen Durchmesser von 0,6 mm und eine Höhe von 0,7 mm. Das Gewicht betrĂ€gt 0,145 mg (das entspricht 0,000145 g). Damit ist das Ei ungefĂ€hr so groß und schwer wie ein Sandkorn. 

Nachdem das Schmetterlingsweibchen das Ei abgelegt hat dauert es 5 Tage (bei konst. 24°C) bis aus dem Ei eine Raupe schlĂŒpft.

3. Schmetterlings-Raupe

3.1 Futterpflanze

Die Futterpflanze (auch Wirtspflanze genannt) dient der Raupe als Futter. Die Raupe ernĂ€hrt sich ausschließlich von der Futterpflanze auf der das Ei abgelegt wurde.

Am hÀufigsten dient der Raupe die Brennnessel und die Distel als Futterpflanze. Die Raupe beschrÀnkt sich beim Fressen lediglich auf die BlÀtter. Bei Disteln werden die Stacheln auf den BlÀttern nicht gefressen.

Beim SchlĂŒpfen der Raupe aus dem Ei befindet sich die Raupe direkt an der Futterstelle und beginnt zu fressen. 

WĂ€hrend die Raupe wĂ€chst baut sie sich auf dem Blatt eine Behausung. HierfĂŒr spinnt die Raupe Seide um das Blatt. Hierdurch ist die Raupe schwerer zu erkennen und besser geschĂŒtzt. 

Die Raupe frisst das Blatt nun von innen. Mit der Zeit wechselt die Raupe das Blatt und baut grĂ¶ĂŸere Behausungen.

3.2 Entwicklung und HĂ€utung

Die Raupe hat zunĂ€chst etwa die gleiche GrĂ¶ĂŸe wie das Ei. Innerhalb von 14 Tagen (bei konstant 24°C) wĂ€chst die winzige Raupe zu einer 40 mm langen und 0,5 g schweren Raupe heran. Die Raupe frisst jeden Tag mehr als am Vortag. Dadurch wĂ€chst die Raupe exponentiell.

Obwohl die Raupe stark wÀchst wÀchst ihre Haut nicht mit. Aus diesem Grund muss sich die Raupe mehrmals hÀuten. Das Aussehen der Raupe Àndert sich nach jeder HÀutung.

Die Raupe hĂ€utet sich insgesamt 4 Mal. Durch jede HĂ€utung verdoppelt sich in etwa das Volumen der Raupe. Zur HĂ€utung schwillt die Raupe an. Dadurch platzt die alte Haut und wird durch Muskelbewegung nach hinten weggeschoben und die neue grĂ¶ĂŸere Haut tritt hervor. Die alte Haut bleibt nach jeder HĂ€utung zurĂŒck. 

Die Entwicklung der Raupe lĂ€sst sich in Larvenstadien (L1 bis L5) einteilen. Eine HĂ€utung beschreibt jeweils den Übergang in das nĂ€chste Stadium.

3.2.1 Erstes Larvenstadium

Das erste Larvenstadium (L1) entspricht der Jungraupe nach dem SchlĂŒpfen aus dem Ei.

Die Raupe im ersten Stadium hat eine braun-graue Farbe mit relativ langen schwarzen Haaren auf flachen schwarzen Warzen. Der Kopf ist schwarz.

[Bild von einer Raupe im ersten Larvenstadium folgt.]

3.2.2 Zweites Larvenstadium

Die Raupe im zweiten Larvenstadium (L2) sieht Ă€hnlich aus wie die Raupe im Ersten (L1). Die Raupe ist jedoch grĂ¶ĂŸer und weist einige hellgelbe Flecken auf.

[Bild von einer Raupe im zweiten Larvenstadium folgt.]

3.2.3 Drittes Larvenstadium

Im dritten Larvenstadium (L3) ist die Raupe schwarz mit dornartigen Warzen auf jedem Segment. Die  Warzen auf einem Segment sind entweder hellgelb oder schwarz.

Aus den dornartigen Warzen sprießen krĂ€ftige schwarze Haare.

[Bild von einer Raupe im dritten Larvenstadium folgt.]

3.2.4 Viertes Larvenstadium

In dem vierten Larvenstadium sieht die Raupe auf den ersten Blick Ă€hnlich wie im Dritten Stadium (L3) aus. Die Raupe ist jedoch grĂ¶ĂŸer. Die Warzen und Haare sind weißer. Auf dem Körper verlĂ€uft ein klarer orange-gelber Streifen. Vereinzelt sind gelbe Flecken auf dem Körper zu erkennen.

[Bild von einer Raupe im vierten Larvenstadium folgt.]

3.2.5 FĂŒnftes Larvenstadium

Das fĂŒnfte Larvenstadium sieht dem Vierten (L4) Ă€hnlich. Die Raupe ist jedoch grĂ¶ĂŸer und alle Merkmale sind in Farbe und Form besser definiert und entwickelt.

Die KörperlÀnge betrÀgt in diesem Stadium maximal 40 mm. Damit ist die Raupe nun ungefÀhr so lang wie der kleine Finger.

In dem gesamten Raupestadium hat die Raupe um auf ein Endgewicht von 0,5 g (Gewicht kurz vor der Verpuppung) zu kommen insgesamt ca. 6-10 g Futtermasse gefressen.

Kurz vor der Verpuppung hÀutet sich die Raupe zum letzten Mal.[6]

[Bild von einer Raupe im fĂŒnften Larvenstadium folgt.]

3.3 Körperbau

Der Körper der Raupe besteht aus den folgenden Körperteilen (s. auch Foto unten): 

[Grafik von einer Raupe im fĂŒnften Larvenstadium mit Benennung der Körperteile folgt.]

Kopf, 

3 St. Brustringe, 

11 St. Hinterleibsringe (der letzte Ring liegt hinten unten), 

3 Paare echte Brustbeine, 

4 Paare unechte Beine (napfartige BauchhautausstĂŒlpungen auch Bauchbeine genannt), 

Nachschieber (napfartige BauchhautausstĂŒlpungen), 

9 Paare Atemlöcher,

Dornartige Warzen.

Hinter jedem Stigma liegt ein reich verzweigtes Atemröhrensystem, welches die Organe mit Sauerstoff versorgt.[7]  

Aus den dornartigen Warzen sprießen krĂ€ftige schwarze Haare.

3.4 Kriechbewegung

Die Raupe bewegt sich kriechend in einer wellenartigen Bewegung nach vorne. Bei dieser Kriechbewegung staucht und dehnt sich die Ă€ußere HĂŒlle des Körpers. Dabei werden die Beine von einem Standort zum nĂ€chsten gehoben.

3.5 SpinndrĂŒse

Auf der Unterlippe der Raupe befindet sich auf einem Zapfen die Öffnung der SpinndrĂŒsen. Mit der SpinndrĂŒse wird Seide in Form einer FlĂŒssigkeit produziert. Nach dem Austreten und in Kontakt mit der Luft erstarrt die Seide.

Mit den Spinnfaden und dem Blatt der Futterpflanze baut sich die Raupe hĂ€ufig eine Einhausung. Die Raupen ist dadurch besser vor Fressfeinden geschĂŒtzt (nĂ€heres hierzu im Kapitel Fressfeinde).

4. Schmetterlings-Puppe

Ist die Raupe erwachsen, beginnt sie mit der Verpuppung, indem sie sich zum letzten Mal hĂ€utet. Dazu klettert die Raupe in die Höhe um sich dort mit dem Hinterleib zu befestigen. Die Raupe hĂ€ngt sich danach KopfĂŒber und bildet eine J-Position. 

[Foto von der Raupe in der J-Position folgt.]

Danach findet die Metamorphose zum Schmetterling statt. Dabei werden die Raupen -Organe abgebaut und zu Falteroganen umgebildet.[8] Auch die gesamte Ă€ußere Gestalt der Tiere Ă€ndert sich.

Die Puppe ist fast unbeweglich. Sie kann sich lediglich durch schwingen des Hinterleibs vor Fressfeinden verteidigen. 

Weil die Puppe ohne ein schĂŒtzendes Gespinst gebildet wird ist eine gute Tarnung zum Schutz vor Fressfeinden besonders wichtig. Die Distelfalter-Puppe wirkt wie ein vertrocknetes Blatt. 

[Foto von der frisch ausgehÀrteten Puppe folgt.]

Die Puppenphase dauert ca. eine Woche (bei konst. 24°C). 

Das baldige schlĂŒpfen wird durch die Schwarz- und dann transparente FĂ€rbung der Puppe signalisiert. 

Die Puppe wiegt im Mittel 0,51 g.

4.1 Körperbau und Transformation

Die Puppe des Distelfalters gehört zu der Gruppe der StĂŒrzpuppen.

Hierbei verankert sich die Raupen mit dem Widerhaken des Hinterleibende auch Kremaster genannt in eine von der Raupe gesponnenen Befestigung. 

WĂ€hrend der Transformation wird der heranwachsende Schmetterling in der Puppe ĂŒber Poren den so genannten Stigma mit Sauerstoff versorgt.[7]  

In dem Video unten werden Röntgenaufnahmen von der Entwicklung der Puppe im Inneren gezeigt.  Die Entwicklung der Puppen des Distelfalters wurden an jeden Tag aufgenommen und dokumentiert. 

An Tag 15 ist  die Form des erwachsenen Schmetterlings gut zu erkennen. Der Kopf und die Augen sind unten. Die Antennen, RĂŒssel und Beine sind entlang des Magens nach oben geklappt.

Unter der PuppenhĂŒlle lassen sich die Körperteile des Schmetterlings erkennen:[9]

[Grafik von einer Puppe kurz vor dem SchlĂŒpfen mit Benennung der Körperteile folgt.]

VorderflĂŒgel

FĂŒhler

Beine

RĂŒssel

Auge

4.2 Schlupf

Erreicht die Puppe das Endstadium ihrer Entwicklung, ist sie sichtlich dunkel gefĂ€rbt. Kurz vor dem SchlĂŒpfen kann man die FlĂŒgelzeichnung durch die transparente PuppenhĂŒlle erkennen. Der herausdrĂ€ngende Schmetterling sprengt die PuppenhĂŒlle an der vorgebildeten Risslinie. Die Risslinie befindet sich entlang der FĂŒhler und auf der Außenkante der FlĂŒgel.

Danach zieht der Falter den Körper aus der HĂŒlle und klammert sich mit den Beinen außen fest. Nach dem SchlĂŒpfen bleibt die PuppenhĂŒlle zurĂŒck.

Die FlĂŒgel hĂ€ngen zunĂ€chst noch schlaff vom Körper. Die FlĂŒgel werden aufgepumpt indem der Falter Blut in die noch leeren Adern pumpt. Bei diesem Vorgang hĂ€ngen die FlĂŒgel nach unten wodurch das aufpumpen der FlĂŒgel erleichtert wird. 

[Foto von dem frisch geschlĂŒpften Schmetterling hĂ€ngend an der PuppenhĂŒlle folgt.]

Sind die FlĂŒgel zur vollen GrĂ¶ĂŸe aufgefaltet, haben sie sich gleichzeitig geglĂ€ttet. Nach der Entfaltung verlieren die FlĂŒgeladern ihre Funktion, indem sie ebenfalls mit eintrocknen. 

WĂ€hrend die FlĂŒgel trocknen, scheidet der Falter Stoffwechselprodukte der Puppenzeit in Form eines roten Tropfens (Mekonium) aus.

Danach startet der Falter zu seinem ersten Flug. 

5 Distelfalter

Das Durchschnittsalter des Distelfalters betrÀgt zwei bis drei Wochen. WÀhrend seinem recht kurzen Leben bestÀubt der Falter Blumen, Wandert und paart sich. Die Weibchen legen Eier aus denen erneut Raupen entstehen.

5.1 Körperbau

Der Distelfalters erreicht eine KörperlĂ€nge (ohne FlĂŒgel gemessen) von ungefĂ€hr 30 mm.

Der Distelfalter wiegt im Durchschnitt 0,192 g. Das Gewicht schwankt zwischen 0,149 und 0,257 g. Das Gewicht des Falters hÀngt unter anderem von der aufgenommenen Nahrung, der Genetik und dem Geschlecht ab.

Die Körperteile des Distelfalters (s. auch Bild unten):[10]

Auch der Falter atmet ĂŒber kleine Poren entlang des Körpers.[25]

5.1.1 Kopf

Der Kopf des Distelfalters besteht aus den FĂŒhlern, Augen und dem Mundwerkzeuge mit dem SaugrĂŒssel.

[Nahaufnahme vom Kopf des Schmetterlings folgt.]

5.1.2 FĂŒhler

Mit den FĂŒhlern kann der Distelfalter riechen, schmecken und Temperaturen wahrnehmen. 

Mit den FĂŒhlern kann der Distelfalter Blumen und Artgenossen aufspĂŒren.

MĂ€nnchen können durch paarungsbereite Weibchen und deren Duftstoffe diese auf einer Distanz von bis zu 3.000 m wahrnehmen (nĂ€heres hierzu im Kapitel Balzverhalten). Die Weibchen erkennen mit Ihren FĂŒhlern geeignete Pflanzen auf denen die Eier abgelegt und fĂŒr die neu geschlĂŒpften Raupen ernĂ€hrt werden können (nĂ€heres hierzu im Kapitel Futterpflanze).

5.1.3 Augen

Bei den Augen handelt es sich um Facettenaugen. Das bedeutet die Augen bestehen aus vielen kleinen Einzelaugen. Durch die Facetten sehen die Falter pixelig. DafĂŒr besitzen sie ein großes Gesichtsfeld und können somit gut die gesamte Umgebung ĂŒberwachen. Der Distelfalter kann mit seinen Augen ca. 200 m weit sehen.[11]

5.1.4 SaugrĂŒssel

Der SaugrĂŒssel entwickelt sich nach dem SchlĂŒpfen aus zwei flexible Halbröhrchen, die ĂŒber FalznĂ€hte verbunden sind.[12] Mit dem SaugrĂŒssel kann der Distelfalter nun flĂŒssige Nahrung aufsaugen. Der Distelfalter ernĂ€hrt sich von BlĂŒtennektar, PflanzensĂ€fte und anderen nĂ€hrstoffreichen FlĂŒssigkeiten. In Ruhestellung wird der SaugrĂŒssel unter dem Kopf eingerollt.

[Nahaufnahme vom zweigeteilten SaugrĂŒssel folgt.]

5.1.5 Brustteil und Beine

Am Brustteil sind die sehr zarten Vorder- und HinterflĂŒgel einzeln aufgehĂ€ngt, welche die gesamte Gestalt des Falters dominieren.

Unterhalb befinden sich die Beinpaare. Wobei das erste Beinpaar zurĂŒckgeblieben ist. Dieses Beinpaar wird als Putzspornen zur Reinigung verwendet. Die restlichen zwei Beinpaare besitzen am letzten Glied Klauen zum Festhalten.  

Mit den Fußspitzen kann der Distelfalter schmecken. Das Distelfalter-Weibchen brauch eine Pflanze nur wenige Sekunden berĂŒhren um zu entscheiden, ob die Pflanze fĂŒr die Eiablage geeignet ist.

5.1.6 FlĂŒgel

Die FlĂŒgel sind der eigentliche Bewegungsapparat des Distelfalters. Der Distelfalter besitzt SchuppenflĂŒgel.

Die FlĂŒgel sind auf der Ober- und Unterseite mit zahlreichen Schuppen bedeckt. Die Schuppen liegen flach und dachziegelartig auf den FlĂŒgeln.[13]

[Nahaufnahme auf denen die Schuppen zu erkennen sind folgt.]

Der Distelfalter wird besonders durch seine artspezifischen Schuppenmuster erkannt und erleichtern dem Geschlechtspartner das gegenseitige Auffinden (nĂ€heres hierzu im Kapitel Partnerwahl). Die Schuppen sind nicht zum Fliegen notwendig.      

Die Oberseite der FlĂŒgel weist eine bunte Zeichnung auf. Der grĂ¶ĂŸte Teil der FlĂŒgel sind rötlich-orange bis rotbraun. Die Spitzen der VorderflĂŒgel sind schwarz mit weißen Punkten. Die RĂ€nder der HinterflĂŒgel sind mit einer Reihe schwarzer Punkte gekennzeichnet.

[Nahaufnahme von der Oberseite des FlĂŒgels folgt.]

Die Unterseite unterscheidet sich stark von der Oberseite. Hier ist eine eher einfache Zeichnung im Grauton zu erkennen. Am Rand des UnterflĂŒgels leuchten schillernde Augen.

[Nahaufnahme von der Unterseite des FlĂŒgels folgt.]

Mit geschlossenen FlĂŒgel sind die Falter gut getarnt. 

Die FlĂŒgelspannweite betrĂ€gt im Mittel 6,5 cm.[14] Damit gehört der Distelfalter zu den grĂ¶ĂŸten Schmetterlingen in Europa. Die FlĂŒgelflĂ€che betrĂ€gt 11,4 cmÂČ.[15]

Mit zunehmendem Alter verblasst die Farbe der FlĂŒgel.

5.1.7 Hinterleib

Am Hinterleib befinden sich die Geschlechtsorgane. Das MĂ€nnchen trĂ€gt einen Klammerapparat, um das Weibchen wĂ€hrend der Paarung festzuhalten. Das Weibchen ist mit einer Legeröhre ausgestattet (nĂ€heres hierzu im Kapitel Paarung). 

5.2 Flugverhalten

Angetrieben werden die FlĂŒgel durch mehrer Muskeln im Brustteil. Die FlĂŒgel des Distelfalters schlagen im Flug nicht einfach auf und ab, sondern drehen sich an der Basis, sodass die FlĂŒgel einer “8” folgen.[16]

Der Distelfalter kommt im Flug auf 20  FlĂŒgelschlĂ€ge pro Sekunde.[17]

[Video Slow Motion der Distelfalter im Flug folgt.]

Als wechselwarme Tiere mĂŒssen sich die Falter erst aufwĂ€rmen, um fliegen zu können. HierfĂŒr nutzt der Distelfalter die Sonne. Durch die große FlĂŒgelflĂ€che kann das AufwĂ€rmen auch bei bedecktem Himmel erfolgen.

5.3 Wanderung und Überwinterung

Der Distelfalter ist ein Wanderfalter. Im Jahreszyklus beschreitet der Distelfalter eine Wanderung Ă€hnlich die der Zugvögel.  Er reißt im FrĂŒhjahr aus den sĂŒdlichen LĂ€ndern in Deutschland ein und vermehrt sich. Seine Nachkommen reisen Ende September in die sĂŒdlichen LĂ€nder zurĂŒck.[18] 

Den Winter verbringt der Distelfalter in Nordafrika. Sobald dort die Trockenperiode beginnt und sich die Lebensbedingungen fĂŒr den Falter rapide verschlechtern (in der Regel Anfang April), fliegt der Distelfalter in den Mittelmeerraum und nach SĂŒdeuropa. Bei der Wanderung nach Deutschland ĂŒberquert der Distelfalter die Alpen. Da der Falter nur bis auf 3.000 Höhenmeter fliegt meidet er die Gipfel der Alpen und priorisiert den Flug ĂŒber entsprechende AlpenpĂ€sse.  

Im gesamten Falter-Leben können bis zu 1.000 km zurĂŒckgelegt werden. Je nach WindverhĂ€ltnisse sind Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h möglich. Der Distelfalter kann bis zu 300 km pro Tag zurĂŒcklegen. Zur Orientierung dient die Sonne.[19]

5.4 Balzverhalten, Partnerwahl und Paarung

Die Geschlechtsreife der Falter entwickelt sich fĂŒr die mĂ€nnlichen und weiblichen Falter 5 bis 7 Tage nach dem SchlĂŒpfen aus der Puppe. 

Bei der Balz wirbt das MĂ€nnchen mit einen besonderen Flug um das Weibchen. WĂ€hrend des Flugs berĂŒhren sich die Partner. Die Parrungswilligkeit wird durch Duftstoffe verstĂ€rkt. 

Unter umstĂ€nden mĂŒssen zwei MĂ€nnchen um das Weibchen buhlen.  

Bei der Partnerwahl sind neben dem Duft Eigenschaften wie GrĂ¶ĂŸe, Farbe und Symmetrie der FlĂŒgel entscheidend.   

Bei der Paarung berĂŒhren sich die beiden Geschlechtsorgane. Die Paarung dauert wenige Stunden. WĂ€hrend der Paarung befinden sich die Schmetterlinge am Boden. 

Das Weibchen empfĂ€ngt das Sperma des MĂ€nnchen und speichert dies im Körper. Das Sperma wird zur Befruchtung der Eier wĂ€hrend der Eiablage benötigt. 

Ein mÀnnlicher Falter paart sich mit mehrer Weibchen um so viel Nachkommen wie möglich zu gewÀhrleisten.

5.5 Eiablage

Das Ei wird von dem Schmetterlingsweibchen auf die Blattunterseite der Wirtspflanze  (z.B. Brennnesseln und DistelblĂ€tter) einzeln abgelegt. Mit dem zusĂ€tzlichen Ausscheiden einer klebrigen Substanz wird das Ei auf der Unterlage befestigt. Auf der Blattunterseite ist das Ei gut versteckt und vor Regen geschĂŒtzt. Dadurch dass sich das Ei direkt auf der Futterpflanze der Raupe befindet ist die Raupe direkt nach dem SchlĂŒpfen mit Futter versorgt (nĂ€heres hierzu im Kapitel Futterpflanze).[20] 

Ein Weibchen legt 50 bis 100 Eier ab. 

Nach der Eiablage kĂŒmmern sich die Falter nicht weiter um ihren Nachwuchs.

5.6 BestÀubung von Blumen

Zur Aufnahme von BlĂŒtennektar fliegt der Distelfalter eine Vielzahl von BlĂŒten an. Die Schmetterlinge sind fĂŒr die BestĂ€ubung zahlreicher Pflanzen wichtig.

Bei der Aufnahme von Nektar bleiben Pollen am Distelfalter kleben. Beim Anfliegen der nĂ€chsten Blume der selben Pflanzenart können die BlĂŒtenpollen zur BestĂ€ubung der Blume fĂŒhren.

Erst nach der BestÀubung können Pflanzen Samen bilden und sich vermehren.

Des Weiteren können durch den langen SaugrĂŒssel einige Pflanzen mit tiefen BlĂŒtenkelchen nur von Schmetterlingen bestĂ€ubt werden.[21]

[Bild Schmetterling mit SaugrĂŒssel in der BlĂŒte folgt.]

6 Sterblichkeitsrate und Fressfeinde

Die Natur ist nicht perfekt. In freier Wildbahn entwickeln sich nur aus 5 % der Eier Schmetterlinge. In einer Zucht und geschĂŒtzt vor Fressfeinden kann eine viel höhere Überlebensrate von 70 % – 90 % erwartet werden. 

Die natĂŒrlichen Fressfeinde sind u.a. Spinnen, Schlupfwespen und Vögel. Aber auch biologisch unvertrĂ€glicher DĂŒnger an der Futterpflanze kann die Entwicklung der Raupen negativ beeintrĂ€chtigen.

7 Lebensraum

Der Distelfalter kommt, je nach Saison, in ganz Europa, Nordafrika, Asien, Nordamerika und Australien vor.

Der Lebensraum des Distelfalter ist mit Ausnahmen von WĂ€ldern und kalten Regionen so gut wie ĂŒberall. Der Distelfalter meidet Regionen mit Temperaturen die dauerhaft unter 17°C liegen. Darunter fĂ€llt zum Beispiel der Winter in Deutschland und Bergregionen.

Besonders hÀufig sieht man den Distelfalter an den Futterpflanzen. Da die Brennnessel besonders gerne am Waldrand wÀchst, ist der Distelfalter dort besonders hÀufig zu sehen.

8 Menschliche Interaktionen

Der Distelfalter wird zur Zucht fĂŒr Bildungszwecke in Schulen, KindergĂ€rten und fĂŒr Zuhause eingesetzt.[22] Lernen Sie den Distelfalter und seine Entwicklung aus nĂ€chster NĂ€he kennen.

Des Weiteren dient das Vorhandensein von Schmetterlingen als Indikator fĂŒr eine gesunde Umwelt.[23]

Außerdem wird der Distelfalter als Schmetterling mit symbolischem Charakter zum Freilassen fĂŒr  Beerdigungen und Hochzeiten verwendet.[24] Ein entsprechendes Angebot mit weiteren Informationen erhalten Sie bei klick auf den unten aufgefĂŒhrten Button.

[Foto Schmetterling auf der Braut sitzend folgt.]

9 Quizfragen

Der wissenschaftliche Name des Distelfalters lautet Vanessa cardui. Auf englisch wird der Distelfalter Painted Lady genannt.

Ein Schmetterlingsei hat einen Durchmesser von 0,6 mm und eine Höhe von 0,7 mm.

Ein Schmetterlingsei wiegt 0,000145 g.

Je höher die Temperatur umso schneller lÀuft die Entwicklung ab.

Das letzte Stadium wird „Falter“ genannt. Ein Falter ist die flugfĂ€hige Form des Schmetterlings.

Durchschnittlich betrÀgt die KörperlÀnge 30 mm.

Eine Raupe hat 16 Beine:

  • Drei Paare echte Beine und
  • FĂŒnf Paare unechte Beine (auch Prolegs genannt).

Die Prolegs unterscheiden sich von den „echten“ Beinen dadurch, dass sie nicht segmentiert sind und eher wie SaugnĂ€pfe wirken!

Obwohl die Prolegs keine „echten“ Beine sind nutzen im wesentlichen die Raupen die Prolegs zur Fortbewegung.

Die Metamorphose beschreibt die gesamte Wandlung vom Ei bis zum vollentwickelten Falter.

Vor dem SchlĂŒpfen des Distelfalter fĂ€rbt sich die Puppe zunĂ€chst dunkel und kurz vor dem SchlĂŒpfen durchsichtig. Bei genauer Betrachtung lassen sich nun die FlĂŒgel und andere Körperteile des Distelfalters erkennen.

Der Distelfalter fliegt im FrĂŒhjahr von Nordafrika nach Europa. Im SpĂ€tjahr fliegt er zum Überwintern zurĂŒck nach Nordafrika.

Ab April

Schmetterlinge haben keine Lunge wie wir. Stattdessen atmen sie durch eine Reihe von kleinen Atemlöcher an den Seiten ihres Körpers, die Stigmen (auch Spirakel) genannt werden und den Sauerstoff durch Röhren im Körper des Schmetterlings transportieren. Jeder Schmetterling hat neun Paare von Stigmen, die entlang des Thorax und des Abdomens verlaufen. Dieses faszinierende System ist auch nicht auf Schmetterlinge beschrÀnkt: Alle Insekten benutzen Stigmen zum Atmen!

Der SaugrĂŒssel wird aufgerollt.

Der Distelfalter hat wie alle Insekten 6 Beine. Allerdings sind die vorderen zwei Beine kĂŒrzer und meist nur eingeklappt. Die vorderen Beinpaare werden ausschließlich zum Putzen verwendet. 

Stehen tut der Distelfalter auf den hinteren 4 Beinen. 

Der Distelfalter fliegt im SpÀtjahr nach Nordafrika. Dort sind die Temperaturen im Winter wÀrmer. Und Nahrung ist dort ausreichend vorhanden.

Bis 3.000 Höhenmeter.

Der Distelfalter nimmt mit seinen FĂŒhlern GerĂŒche aus Entfernungen bis 3.000 m wahr.

Der Distelfalter legt seine Eier vor allem auf Brennnessel- und DistelblÀtter ab.

Die Fressfeinde des Distelfalters sind Spinnen, Schlupfwespen und Vögel.

Der Distelfalter lebt mit 1-2 Monaten relativ kurz.

Die maximale Fluggeschwindigkeit des Distelfalters betrÀgt 50 km/h.

Damit der Distelfalter fliegen kann muss er sich aufwĂ€rmen. Dazu nimmt der Distelfalter frĂŒh morgens ein Sonnenbad.

10 Einzelnachweise

[1] https://www.thoughtco.com
[2] http://www.telfs.com
[3] https://www.tes.com
[4] http://www.learnaboutbutterflies.com
[5] http://mypages.iit.edu
[6] https://kerfdier.nl
[7] https://www.waldzeit.ch
[8] https://royalsocietypublishing.org
[9] https://www.waldzeit.ch
[10] http://www.telfs.com
[11] https://de.wikipedia.org
[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlinge
[13] https://www.biologie-seite.de
[14] https://animaldiversity.org
[15] https://www.ncbi.nlm.nih.gov
[16] https://www.youtube.com/watch?v=r9J51aEUf-A
[17] https://www.ncbi.nlm.nih.gov
[18] https://en.wikipedia.org/wiki/Vanessa_cardui; https://de.wikipedia.org/wiki/Distelfalter
[19] https://pure.york.ac.uk
[20] https://youtu.be/A1MGq-SNYpU
[21] https://www.waldzeit.ch
[22] https://schmetterlinge-aufziehen.de
[23] https://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlinge
[24] https://schmetterlinge-kaufen.de

[25] Der Schmetterling: Schauen und Wissen! von Johanna Prinz


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