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Ein Schmetterlingsfreundlicher Garten

Wie Sie Schmetterlinge gezielt anlocken können

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein wertvoller Beitrag zum Schutz von Bestäubern und zur Förderung der Biodiversität. Wenn Sie den Wunsch haben, Schmetterlinge aktiv in Ihren Garten einzuladen, ist es am einfachsten, den Garten auf heimische Schmetterlingsarten auszurichten. Dabei spielen sowohl nektarreiche Pflanzen für die erwachsenen Schmetterlinge als auch die richtigen Wirtspflanzen für die Raupen eine entscheidende Rolle.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie einen schmetterlingsfreundlichen Garten gestalten und gezielt verschiedene Schmetterlingsarten anlocken können.

1. Der schmetterlingsfreundliche Garten: Wichtige Grundlagen

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten muss sowohl für die erwachsenen Schmetterlinge als auch für die Raupen attraktive Bedingungen bieten. Die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Schmetterlingsgarten ist eine Vielfalt an heimischen Pflanzen, die sowohl Nektar für die erwachsenen Falter als auch Wirtspflanzen für die Raupen bereithalten.

Nektarreiche Pflanzen für die Schmetterlinge

Erwachsene Schmetterlinge ernähren sich vor allem von Nektar, der in Blumen und Blüten zu finden ist. Achten Sie darauf, eine Vielzahl von Blumen zu pflanzen, die zu verschiedenen Zeiten im Jahr blühen. Besonders geeignet sind:

  • Schmetterlingsflieder (Buddleja): Diese Pflanze ist besonders schmetterlingsfreundlich und zieht viele verschiedene Schmetterlingsarten an.
  • Lavendel: Mit seinen duftenden Blüten lockt er nicht nur Schmetterlinge, sondern auch Bienen an.
  • Kardenblumen (Eryngium): Diese Pflanze zieht besonders Distelfalter und Admirale an.

Zusätzlich zu diesen bewährten Pflanzen können Sie auch das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis) in Ihrem Garten pflanzen. Die erwachsenen Tiere lieben es und finden hier reichlich Nektar. Dieses Eisenkraut ist nicht nur eine Augenweide, sondern zieht viele verschiedene Schmetterlingsarten an.

Wirtspflanzen für die Raupen

Neben den nektarreichen Pflanzen sind die Wirtspflanzen für die Raupen von entscheidender Bedeutung. Jede Schmetterlingsart hat ihre eigenen bevorzugten Wirtspflanzen, auf denen die Raupen fressen und sich weiterentwickeln. Um verschiedene Schmetterlingsarten zu fördern, sollten Sie die richtigen Pflanzen in Ihrem Garten integrieren.

Beispielhaft für den Distelfalter fressen die Raupen zum Beispiel die frischen Blätter der Brennnessel und Distel. Eine gute Auswahl an heimischen Wirtspflanzen für Raupen ist daher unerlässlich, um die Lebenszyklen der Schmetterlinge zu unterstützen.

2. Schmetterlingsarten gezielt in den Garten einladen

Einige Schmetterlingsarten lassen sich besonders leicht in den Garten locken. Wenn Sie gezielt bestimmte Arten ansprechen möchten, können Sie diese durch die Wahl passender Pflanzen unterstützen.

Der Kohlweißling: Ein häufiger Gast im Garten

Der Kleine und Große Kohlweißling sind zwei Schmetterlingsarten, die sich besonders leicht anlocken lassen. Pflanze Sie hierfür Kohlpflanzen in Ihrem Garten. Wichtig ist dabei, dass diese Pflanzen nicht mit Insektiziden besprüht werden – Bioqualität ist hier die beste Wahl.

Schon bald werden Sie die ersten Kohlweißlinge bemerken. Die Weibchen legen ihre Eier auf der Blattunterseite der Kohlpflanzen ab. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Raupen, die dann beginnen, die Kohlpflanzen zu fressen. Je nachdem, wie viele Raupen vorhanden sind und wie groß sie werden, können diese eine beträchtliche Menge Kohl fressen. Es könnte notwendig sein, mit der Zeit etwas Kohl nachzupflanzen, um den Raupen ausreichend Nahrung zu bieten.

Die Herausforderungen bei der Aufzucht der Raupen

Es gibt jedoch auch Herausforderungen, mit denen Gärtner bei der Aufzucht von Raupen konfrontiert werden können. Werden die Raupen ungeschützt im Garten aufgezogen, kann es passieren, dass sie von Schlupfwespen oder Brackwespen parasitiert werden. Diese Wespen legen ihre Eier in oder auf die Raupen, was dazu führt, dass aus der Puppe keine Schmetterlinge schlüpfen, sondern die nächste Generation an Wespen. Um dies zu vermeiden, empfehlen wir, die Schmetterlingsraupen geschützt, zum Beispiel in einem speziellen Schmetterlingshabitat, aufzuziehen.

3. Besondere Schmetterlingsarten: Schutz und Naturschutz

Einige Schmetterlingsarten, wie der Schwalbenschwanz, sind in Deutschland sehr selten und stehen unter Naturschutz. Es ist nicht erlaubt, Schwalbenschwanzraupen zu kaufen und diese in der Natur auszusetzen, da diese Art in vielen Regionen geschützt ist.

Es ist daher wichtig, sich vor dem Kauf von Schmetterlingsraupen oder -puppen über die jeweiligen rechtlichen Bestimmungen und den Naturschutzstatus zu informieren. Der Schwalbenschwanz ist ein wunderschöner Schmetterling, der in freier Natur geschützt ist und nur in sehr begrenzten Populationen vorkommt.

4. Der Distelfalter: Einfach aufzuziehen, aber mit einem besonderen Verhalten

Der Distelfalter ist eine der einfachsten Schmetterlingsarten, die sich in einem Garten aufziehen lässt. Die Raupen fressen hauptsächlich an Brennnesseln und Disteln. Allerdings ist der Distelfalter ein Wanderfalter, was bedeutet, dass die erwachsenen Falter, wenn sie in der Natur ausgesetzt werden, nicht an einem Ort bleiben, sondern weiterziehen. Der Distelfalter legt täglich bis zu 300 Kilometer zurück, was ihn zu einem der weitesten Wanderfalter macht.

Trotz dieser Wanderfreudigkeit ist der Distelfalter besonders geeignet, um ihn in einem Garten aufzuziehen, da seine Raupen relativ pflegeleicht sind und die Schmetterlinge auch auf den Nektar aus den Pflanzen in Ihrem Garten angewiesen sind. Die Erfolgschancen, Distelfalter in Ihrem Garten zu fördern, sind sehr hoch.

5. Ungeschützte Schmetterlinge richtig aufziehen und aussetzen

Wenn Sie Schmetterlinge aus der Natur entnehmen möchten, um sie in einem Schmetterlingshabitat aufzuziehen, können Sie ungeschützte Schmetterlingseier, -raupen und -puppen in kleinen Mengen entnehmen und diese vor Fressfeinden (wie zum Beispiel Parasiten) in einem sicheren Habitat aufziehen. Nach der Verpuppung und dem Schlüpfen der Schmetterlinge dürfen diese ohne Probleme wieder an ihrem ursprünglichen Fundort in der Natur ausgesetzt werden.

Es ist jedoch wichtig, dass Sie sicherstellen, dass Sie die Schmetterlinge korrekt einordnen können und über ausreichende Kenntnisse verfügen, um die Raupen und Puppen erfolgreich zu Hause aufzuziehen. Wenn Sie sich unsicher sind oder noch wenig Erfahrung haben, können Sie mit dem Kauf eines LEPITERRA Schmetterlingszuchtsets Ihre Fähigkeiten verbessern. Diese Sets beinhalten detaillierte Anleitungen, die Ihnen helfen, den Lebenszyklus der Schmetterlinge erfolgreich nachzuvollziehen und die besten Bedingungen für deren Aufzucht zu schaffen.

6. Fazit: Ein Garten für Schmetterlinge – ein Garten für die Zukunft

Die Gestaltung eines schmetterlingsfreundlichen Gartens ist eine lohnenswerte Investition in die Förderung der Artenvielfalt. Indem Sie sowohl nektarreiche Blumen für die erwachsenen Schmetterlinge als auch die richtigen Wirtspflanzen für die Raupen pflanzen, schaffen Sie einen Lebensraum, in dem sich Schmetterlinge wohlfühlen können. Denken Sie daran, dass jede Schmetterlingsart ihre eigenen Bedürfnisse hat, und gestalten Sie Ihren Garten entsprechend.

Achten Sie darauf, dass Sie die Schmetterlingsraupen geschützt aufziehen und vermeiden Sie den Einsatz von Insektiziden, um den Schmetterlingen die besten Bedingungen zu bieten. Wenn Sie die richtigen Pflanzen wählen und die natürlichen Lebenszyklen der Schmetterlinge respektieren, werden Sie schon bald die Schönheit dieser faszinierenden Insekten in Ihrem Garten genießen können.

Ein wichtiger Tipp: Schmetterlinge fühlen sich besonders wohl, wenn Sie eine Vielzahl heimischer Pflanzen wählen. Beim Stöbern im Angebot des NABU haben wir für unseren Schmetterlingsgarten gezielt heimische Pflanzen wie die Wiesen-Witwenblume, Quendel, Thymian und viele weitere Schmetterlingspflanzen gekauft. All diese Pflanzen bieten eine wunderbare Nahrungsquelle für die Schmetterlinge und tragen dazu bei, Ihre Gartenbepflanzung sowohl optisch als auch ökologisch zu bereichern.

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