So schaffen Sie im Garten Lebensraum für Falter, Raupen und Puppen
Neben der gezielten Schmetterlingszucht in einem geschützten Habitat – wie sie mit unserem LEPITERRA Schmetterlingszuchtset möglich ist – können Sie auch in freier Natur viel dafür tun, dass sich Schmetterlinge wieder wohlfühlen. Denn viele ihrer Lebensräume sind durch intensive Landwirtschaft, Versiegelung oder häufige Mahd verschwunden.
Mit einfachen Mitteln wie heimischen Blühpflanzen, gezielter Rücksichtnahme beim Mähen und der richtigen Auswahl an Raupenfutterpflanzen können Sie aktiv zur Erhaltung heimischer Arten beitragen.
🌼 1. Nektarpflanzen: Nahrung für erwachsene Schmetterlinge
Damit sich Falter nach dem Schlupf erfolgreich fortpflanzen können, benötigen sie ausreichend Nektarquellen. Besonders wichtig sind heimische Wildstauden mit ungefüllten Blüten, die reich an Nektar und Pollen sind.
Empfehlenswerte Pflanzen:
- Wasserdost – sehr beliebt bei Distelfalter, Admiral und Schwalbenschwanz
- Wiesenflockenblume, Natternkopf, Skabiosen – für Tagpfauenauge, Perlmuttfalter
- Lavendel, Thymian, Dost (Oregano) – auch für Weißlinge und Wiesenvögelchen
- Herbstastern, Fetthenne, Goldrute – besonders wichtig im Spätsommer
- Kleearten – für Ochsenauge, Wiesenvögelchen und Bläulinge
- Lungenkraut und Schlehenblüte – frühe Nahrungsquelle für Zitronenfalter
💡 Tipp: Pflanzen Sie so, dass vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst immer etwas blüht.
🌿 2. Futterpflanzen für Raupen: Die Kinderstube der Falter
Ohne geeignete Raupenfutterpflanzen kann sich keine neue Faltergeneration entwickeln. Viele Arten sind auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert – werden diese nicht gefunden, werden keine Eier abgelegt.
Typische Futterpflanzen und die dazugehörigen Arten:
| Pflanze | Schmetterlingsart |
|---|---|
| Brennnessel | Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral |
| Fenchel, Dill, Möhre | Schwalbenschwanz |
| Faulbaum, Kreuzdorn | Zitronenfalter |
| Gräser (z. B. Rispengräser, Zittergras) | Großes Ochsenauge, Kleines Wiesenvögelchen |
| Wegerich, Veilchen, Stiefmütterchen | Perlmuttfalter |
| Kreuzblütler (z. B. Senf, Kresse, Raps) | Weißlinge (z. B. Grünaderweißling) |
⏱ 3. Richtig mähen: Rückzugsorte erhalten
Viele Puppen hängen an Halmen oder liegen am Boden. Eine zu frühe oder flächendeckende Mahd tötet Raupen, Puppen und sogar Eier.
Mäh-Tipps:
- Späte Mahd: Erst ab Mitte Juli mähen (nach der ersten Generation)
- Staffelmahd: Immer nur einen Teil der Wiese schneiden
- Schonende Mahd: Mit Sense oder Balkenmäher statt Mulcher
- Wilde Ecken: Niemals alles aufräumen – Laub, Brennnesseln, Sträucher stehen lassen
🌱 „Unordnung“ im Garten ist kein Makel – sondern Artenschutz.
⚠️ 4. Gesetzlicher Schutz: Keine Entnahme aus der Natur
Viele Tagfalterarten – darunter der Schwalbenschwanz, Admiral und Perlmuttfalter – unterliegen dem besonderen Artenschutz. Das bedeutet:
Das Fangen, Einsammeln oder Halten wildlebender Schmetterlinge und Raupen ist ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde nicht erlaubt.
Bitte fassen Sie freilebende Tiere nicht an – beobachten, fotografieren und dokumentieren ist erlaubt und willkommen.
🦋 5. Heimische Arten im Porträt
Die häufigsten Tagfalter Mitteleuropas – erkennen, schützen und fördern
Die folgenden Arten zählen zu den am weitesten verbreiteten und häufigsten Tagfaltern im deutschsprachigen Raum. Viele davon können in naturnahen Gärten oder Wiesen beobachtet werden – einige lassen sich sogar gezielt mit unserem Schmetterlingszucht-Set aufziehen.
🟣 Kleiner Fuchs (Aglais urticae)
- Erkennbar an: orange-schwarze Flügel mit blauen Randflecken
- Flugzeit: März bis Oktober (mehrere Generationen)
- Raupenfutterpflanze: Große Brennnessel
- Vorkommen: Gärten, Wiesen, Waldlichtungen
- Besonderheit: Häufiger Zuchtfalter – lässt sich leicht beobachten
🔵 Tagpfauenauge (Aglais io)
- Erkennbar an: auffällige Augenflecken auf den Flügeln
- Flugzeit: Februar/März bis Oktober
- Raupenfutterpflanze: Große Brennnessel
- Vorkommen: Fast überall – auch in Gärten
- Besonderheit: Überwintert als Falter – oft erster Frühlingsbote
🔴 Admiral (Vanessa atalanta)
- Erkennbar an: schwarze Flügel mit roten Bändern
- Flugzeit: Mai bis Oktober (Zugfalter)
- Raupenfutterpflanze: Brennnessel
- Besonderheit: Migrant aus dem Süden – inzwischen Standfalter durch Klimawandel
🟠 Distelfalter (Vanessa cardui)
- Erkennbar an: orange-schwarz gemustert mit weißer Punktzeichnung
- Flugzeit: April bis September (Zugfalter)
- Raupenfutterpflanze: Disteln, Malven, Brennnessel
- Besonderheit: Fliegt bis zu 15.000 km – Rekord unter den Tagfaltern
💛 Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)
- Erkennbar an: leuchtend gelbe Flügel (Männchen)
- Flugzeit: fast ganzjährig – sehr langlebig
- Raupenfutterpflanze: Faulbaum, Kreuzdorn
- Besonderheit: Überwintert als Falter, meist gut getarnt
⚪ Kohlweißling / Großer & Kleiner Weißling (Pieris brassicae / rapae)
- Erkennbar an: weiße Flügel mit schwarzen Punkten
- Flugzeit: März bis Oktober
- Raupenfutterpflanze: Kohl, Senf, Kapuzinerkresse
- Besonderheit: Auch im Gemüsebeet häufig – wichtiger Bestäuber trotz Ruf als Schädling
🌿 Grünaderweißling (Pieris napi)
- Erkennbar an: grünlich geäderte Flügelunterseite
- Flugzeit: März bis Oktober
- Raupenfutterpflanze: Wilde Kresse, Knoblauchsrauke
- Vorkommen: Feuchte Wiesen, Gärten, Wegränder
🟠 Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
- Erkennbar an: groß, gelb mit schwarzen Streifen und blauer Binde
- Flugzeit: April bis August
- Raupenfutterpflanze: Fenchel, Dill, Wilde Möhre
- Besonderheit: Beeindruckende Puppe, faszinierend in der Zucht
🟤 Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)
- Erkennbar an: braune Flügel mit Augenfleck
- Flugzeit: Juni bis September
- Raupenfutterpflanze: Gräser
- Besonderheit: Sehr häufig auf extensiven Wiesen
🟤 Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)
- Erkennbar an: klein, sandfarben, mit feinem Augenpunkt
- Flugzeit: Mai bis Oktober
- Raupenfutterpflanze: Rispengräser, Schwingel
- Besonderheit: Bodenlebend – oft übersehen, aber häufig
🧡 Perlmuttfalter (z. B. Kaisermantel) (Argynnis paphia, Boloria spp.)
- Erkennbar an: orange mit dunklen Flecken – silberne Punkte unten
- Flugzeit: Juni bis August
- Raupenfutterpflanze: Veilchenarten
- Besonderheit: Sehr wärmeliebend, fliegt an sonnigen Waldrändern
🔴 Russischer Bär (Euplagia quadripunctaria)
- Erkennbar an: kontrastreiche Flügel (schwarz-weiß, Unterseite rot)
- Flugzeit: Juli bis September
- Raupenfutterpflanze: Brennnessel, Taubnessel, Lungenkraut
- Besonderheit: Nachtfalter, der am Tag fliegt – selten und geschützt
🟤 Waldbrettspiel (Pararge aegeria)
- Erkennbar an: braun-orange Flügel mit hellen Augenflecken
- Flugzeit: April bis Oktober
- Raupenfutterpflanze: Gräser
- Vorkommen: Schattige Waldwege, Lichtungen
🟠 Landkärtchen (Araschnia levana)
- Erkennbar an: zwei Erscheinungsformen (orange im Frühjahr, schwarz-weiß im Sommer)
- Flugzeit: April bis September
- Raupenfutterpflanze: Brennnessel
- Besonderheit: Zeigt saisonalen Dimorphismus – einzigartig unter Faltern
⚪ Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
- Erkennbar an: weiße Flügel, Männchen mit oranger Spitze
- Flugzeit: März bis Juni
- Raupenfutterpflanze: Wiesenschaumkraut, Knoblauchsrauke
- Besonderheit: Frühflieger – oft in Feuchtwiesen
🔵 Bläulinge (z. B. Hauhechel-Bläuling) (Polyommatus icarus)
- Erkennbar an: metallisch blaue Flügel (Männchen)
- Flugzeit: Mai bis September
- Raupenfutterpflanze: Klee, Luzerne, Hornklee
- Besonderheit: Kleine, häufige Falter auf Trockenrasen
🟡 Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus)
- Erkennbar an: kupferfarbene Flügel mit schwarzen Flecken
- Flugzeit: Mai bis September
- Raupenfutterpflanze: Sauerampfer, Ampferarten
- Besonderheit: Mag warme, nährstoffarme Wiesen
📷 6. Teilen Sie Ihre Schmetterlingsbeobachtungen mit uns!
Ihre Bilder von Schmetterlingsraupen, Puppen oder ausgewachsenen Schmetterlingen können Sie gerne mit uns teilen – am besten in Form einer Google-Bewertung.
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- Welche Schmetterlingsart Sie vermuten
- Oder: „Art unbekannt“ – wir helfen gerne bei der Bestimmung und ergänzen einen Kommentar zur Art
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Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen, Beobachtungen und Schmetterlingsbilder! 🐛🦋
📚 Weitere Informationen zur geschützten Schmetterlingszucht: https://raupen-kaufen.de/
Ein besonderer Dank an Tine Ruehl
Wir danken Tine Ruehl herzlich für ihre inspirierenden Anregungen, die wertvollen fachlichen Hinweise sowie die wunderschönen Schmetterlingsaufnahmen, die diesen Artikel bereichern. Durch ihre Beobachtungen in der Natur, ihre Expertise zu heimischen Stauden und ihre zahlreichen Fotobeiträge konnte dieser Beitrag um wichtige ökologische Zusammenhänge ergänzt und visuell lebendig gestaltet werden. Ihre Unterstützung ist ein bedeutender Beitrag zur Aufklärung über die Bedürfnisse unserer heimischen Schmetterlinge – sowohl in der Zucht als auch in der freien Natur.













